Hive | Tim Curran (2005)

So, das ging schneller als gedacht mit der nächsten Wortmeldung im Blog, wird auch nur ein kurzer Eintrag zum zuletzt gelesenen abgebrochenen Buch.

Tim Currans inoffizielle Fortsetzung zu H. P. Lovecrafts Eiswüstengrausler At The Mountains Of Madness fing erst ordentlich mit tentakligem Schrecken im Eis an, um dann ein paar Seiten weiter eine meiner Augenbrauen angesichts dümmlich überhöhter Fähigkeiten der Archäologen in der Handlung in die Höhe steigen zu lassen. Denen reicht ein scharfer Blick auf eine aus dem Eis gepulte, gut erhaltene und nicht mal aufgetaute Monstermumie, um ihr Alter auf mehrere Millionen (!) Jahre zu datieren. Meine Bereitschaft, sämtliche Logik gleich zu Beginn einer Geschichte über Bord zu werfen, kam hier schon hart an ihre Grenzen, beklopptes Genre hin oder her.

Kurz darauf dann aber der Todesstoß: dümmlicher Pimmelismus bei der Beschreibung der ersten, evtl. auch einzigen Protagonistin des Romans. Die Dame taucht hier zum ersten mal auf, und so lauten die Sätze, mit denen sie vorgestellt wird:

She was the only woman in camp and all the men were saying how she was too heavy for their liking, but by spring they’d all be trying to get into her pants. Thing was, she wasn’t heavy, not in Hayes’ worldview. She was wide in the hips, nicely rounded, in the way that he’d always found blatantly sexual. No, the men kept their distance (at least for the time being) because she intimidated them. It wasn’t anything she actually said or did, but maybe her face more than anything. Those upturned Nordic eyes of hers gave her a cold, detached look that was enhanced by her mouth which had a sort of cruel lilt to it.

Ja klar, das ist ja auch das wichtigste, was der Leser wissen muss, und überhaupt das, was weibliche Wesen ausmacht… Es geht dann auch nicht wirklich intelligenter weiter:

When he met her, Hayes liked her right away and the reason for that was downright silly. He didn’t even like to admit it to himself. She reminded him of Carla Jean Rasper from the third grade, his first serious crush. Same hair, same eyes, same mouth. When he’d first caught sight of Sharkey, he’d been instantly transported back to grade school, speechless and stupid just like he’d been around Carla Jean. Good Morning, little schoolgirl…

An diesem Punkt waren meine Augen bereits schmerzhaft nach innen gerollt, es hat sogar ein wenig gequietscht. Das letzte Tröpfchen im bereits übervollen Fass kam dann auf ein und der selben Seite mit diesen nachgeschobenen Sätzen aus dem Baukasten für Autoren, die ihre Zeit besser mit dem Schreiben von Ikea-Anleitungen verbringen sollten:

Sharkey sat down and Hayes found himself staring into her eyes a little too long. He wasn’t married, but she was. Her husband was an anthropologist on a grant, somewhere in Borneo, studying monkey semen or something like that.

Das war’s dann, Klappe zu, Affe äh Buch tot. Ich hab keine Lust auf solche Kackscheiße, und der Blick auf die nächsten paar Seiten ließ auch keine Besserung erkennen, also ab auf den Misthaufen damit. Gibt genug Autoren, die selbst mit hormonell beeinflusstem Glitzern in den Augen besseres für ihr weibliches Personal zusammenschreiben. Oder wenigstens unfreiwillig komischer. Guy N. Smith, ich schaue breit grinsend in deine Richtung!

Da ich hier nicht weit genug gekommen bin, um das ganze Ausmaß des literarischen Schreckens beurteilen zu können, verkneife ich mir eine Besternung. Bin doch gar nicht so.

2 Kommentare zu „Hive | Tim Curran (2005)

    1. It does! I’ll lose every single shred of interest in a book if the author needs to add pointless, clichéd sexism. There’s enough genre writers who know how to write (about) females way better. Or at least hilariously bad, like Guy N. Smith’s Killer Crab stinkers 😁

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