Zombie Bake-Off | Stephen Graham Jones (2012)

Any zombie fight is a food fight.

Mit diesem Satz hat Herr Jones knapp und treffend formuliert, worum es in seinem Buch ziemlich nonstop geht: fressen oder gefressen werden, und das im eher ungewöhnlichen Setting einer „Hausfrauenmesse“ mit besonderem Schwerpunkt auf süßem Backwerk nach alten Familienrezepten.

In diese kreuzamerikanische Veranstaltung platzt eine verfrüht eintreffende Truppe Wrestler, die am selben Veranstaltungsort am Abend ihre Show gebucht haben. Dummerweise legen diese Herren (und Damen) größten Wert darauf, ihrem schlechten Ruf durch allerlei rüpelhafte Aktivitäten gerecht zu werden, und sorgen dafür, dass niemand die Allzweckhalle verlassen kann, bevor sie ihren „Spaß“ hatten.

Mehrere Kartons Donuts, die aus hier nicht näher erläuterbaren Gründen mit einem Zombievirus kontaminiert wurden, sorgen dann für mehr Action, als geplant war. Im Kampf ums Überleben kommt von Wrestlingtechniken bis Hightech-Küchenmaschinen alles den in der Halle Eingeschlossenen verfügbare zum Einsatz, aber ob das reicht?

The grandmother laughs. Mostly at herself. “So you think this is how it is?” she says to him, the mixer at her side like a pistol she can fastdraw. “You think I lived seventy-six years just to be dinner to your kind?”

Mahlzeit! (Ich hab schon mal eine Rezi so begonnen, aber es passt nun mal so schön hierher…) Eigentlich dachte ich, dass Stories aus dem inzwischen arg ausgelutschten Zombie-Genre mich nur noch milde unterhalten können, wenn überhaupt, aber Steven Graham Jones hat es geschafft, mich eines besseren zu belehren. Nicht etwa, weil er hier bahnbrechend neue Ideen oder Konzepte auffahren würde, sondern indem er seine Story schlicht und ergreifend in ein höchst beknacktes Umfeld verfrachtet und dann konsequent den Fuß auf dem Gaspedal parkt.

Man bekommt hier aber nicht nur hahnebüchene Action in dichtem Takt serviert, sondern als Zuckerguss auf dem Gemetzel eine handvoll Protagonisten, die zwar nicht gerade durch ausgefeilte Charakterzeichnung glänzen, aber in dem ganzen Durcheinander doch ausreichend Substanz besitzen, um mit ihnen mitzufiebern. Was mir durchaus zum ein oder anderen „alter Falter“-Moment beim Lesen gereicht hat, muss ich zugeben. Merke: leg dich nie mit Frauen an, die ihre Kinder pünktlich aus der Schule abholen müssen…

Was mir sehr positiv aufgefallen ist: sowohl Prota- als auch Antagonistinnen sind hier tonangebend, ohne dass es aufgezwungen wirkt oder man gar Arnolds große, vor Kraft kaum des Laufens fähige Schwester vorgestellt bekommt. Die Mädels treten mit Geschicklichkeit und Köpfchen Arsch, und das nicht zu knapp!

Von mir bekommen die schleckermäuligen Zombies jedenfalls vier von fünf Donuts, mit extra Zuckerguss!

Bewertung: 4 von 5.

Titel: Zombie Bake-Off
Autor: Stephen Graham Jones
Verlag: Lazy Fascist Press
Erstveröffentlichung: 2012
Genre: Horror
Format: eBook
Sprache: Englisch
Umfang: ca. 260 Seiten

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